Betriebspraktikum an DSD-Partnerschule „Johann Ettinger“ in Sathmar


Hintergrund der Initiative


Im Sommer des Jahres 2007 zählte das Deutsche Theoretische Lyzeum „Johann Ettinger“ zu den Schulen, die ein Schulentwicklungsprojekt im Rahmen des vom Bildungs- und Forschungsministerium finanzierten Ausbildungsförderungsprogramms gewonnen haben.

Die Notwendigkeit der Durchführung eines derartigen Projektes ist auf eine lokale Gegebenheit zurückzuführen, nämlich, auf den Mangel an einem wirklichen Dialog zwischen den Jugendlichen und den Unternehmen in dem Gebiet Satu Mare. Die Jugendlichen haben bestimmte Zukunftsvorstellungen, die mit der Wirklichkeit und den Erwartungen der Arbeitgeber häufig nicht übereinstimmen.

Es war die Absicht des Sathmarer Schulwesens, mittels dieses Projektes den Lyzealschülern entgegenzukommen, den zukünftigen Abgängern des Lyzeums, den Schülern aus der 11. Klasse, mit möglichst vollständigen Informationen und Kenntnissen über die Arbeitgeber in unserem Kreis, die auf der Suche nach Arbeitskraft mit guten Deutschkenntnissen sind. Auf dieser Weise wird den Schülern der Weg zu einem Arbeitsplatz erleichtert, der ihren, im Rahmen der deutschen Schule erworbenen und entwickelten Fähigkeiten und Qualifikationen entspricht. Auf dieser Weise gelingt es dem Projekt, ein Problem der Schulen zu lösen, nämlich die große Abweichung zwischen dem, was in der Schule gelernt wird, und den Erwartungen der Arbeitgeber gegenüber den Schulabgängern, die den Anforderungen der Arbeitgeber nicht ausreichend gewachsen sind.



Verlauf des Projekts


Im ersten Projektjahr haben sich die Aktivitäten über eine Zeitspanne von 6 Monaten erstreckt und hatten folgende Bestandteile:

  • das Zusammensetzen einer Datenbasis mit Arbeitgebern, die auf der Suche nach Arbeitskraft mit guten Deutschkenntnissen sind

  • Besuche bei Arbeitgebern aus Satu Mare

  • das Beobachten des Tagesablaufes der Firmen

  • die Bearbeitung der eingeholten Informationen in Form von CDs, Faltblättern und Plakaten in Rahmen von Workshops

  • die Bekanntmachung der Ergebnisse in der Schule und der Gemeinschaft

  • das Ausarbeiten eines Lehrplanprojektes für Berufsorientierung

Die Partner des Deutschen Theoretischen Lyzeums im Rahmen dieses Projektes waren: SC Zollner SRL, SC Draxlmeier SRL, SC Polipol SRL, SC Karo SRL, das Sathmarer Rathaus, und die Kreisagentur für Arbeit.



Die 11. Klassen, die Gründung einer Handwerkskammer in Sathmar und die richtige Berufswahl


Ein weiteres wichtiges Ereignis im Rahmen des Projektes war das Treffen der Schüler der 11. Klasse mit Herrn Bergmann Robert, dem Berater der Sathmarer Stiftung für die Gründung einer Handwerkskammer. Herr Bergmann hat den Schülern über den europäischen Beitritt, das deutsche Schulwesen, sowie über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage Deutschlands erzählt. Als ehemaliger Leiter der Stuttgarter Handwerkskammer, sowie als Leiter der deutschen wirtschaftlichen Vertretung in Washington, hat Herr Bergmann den Schülerinnen und Schülern über die Notwendigkeit erzählt, bei der Berufsorientierung mit den Gegebenheiten im wirtschaftlichen Bereich in Kontakt zu kommen, über die Bedingungen für ein Praktikum bei den Unternehmen, die Stellen in der jeweiligen Fachrichtung anbieten, sowie über die Notwendigkeit der fortdauernden, lebenslangen Fortbildung in dem ausgewählten Beruf. Dieses Treffen hat den zukünftigen Schulabgängern die wirkliche Lage auf dem Arbeitsmarkt bewusst gemacht, und hat gleichzeitig die Erwartungen der Schüler über den „Traumberuf“ mit den Erwartungen der Arbeitgeber korreliert. Die Idee und der Erfolg des Projektes, die durchgeführten Aktivitäten wurden von den Unternehmen geschätzt, und die teilnehmenden Schüler waren daran sehr interessiert.

Es wurde deutlich, dass das Projekt ausgeweitet werden muss, demnach, als selbstverständliche Folgeaktion in der Kommunikation mit den Arbeitgebern, wurde den Schülern die Möglichkeit gegeben, den Alltag eines Berufes vor Ort an der Arbeitsstelle kennen zu lernen. Also, im Laufe des zweiten Projektjahres, werden die Schüler der 11. Klassen ein zweiwöchiges Praktikum bei verschiedenen Unternehmen sowie in den Massenmedien durchführen. Dieses Praktikum bezieht sie auf den Produktionsbereich, in verschieden Stellen, und gibt den Schülern die Möglichkeit, die wichtigsten Aspekte des jeweiligen Berufes kennen zu lernen.



Unterschiedliche Arbeiten während des Praktikums


Unsere Partner waren die Firmen, die den schon im Juni vom Projektteam bei einer Großzahl von Unternehmen (über 70) eingereichten Antrag bewilligt hatten. Zu den Unternehmen und Medienagenturen, die schon letzte Woche die Praktikanten empfingen, zählen: SC Zes Zollner Electronic SRL, Alfasoft, Cronica Sătmăreană, Friss Ujsag, Caritas. Während des Praktikums haben die Schüler ein Tagebuch ihrer Tätigkeiten erstellt, und am Ende des Praktikums haben sie einen Bericht von dem, was sie an der Arbeitsstelle über den jeweiligen Beruf gelernt hatten. Auf dieser Weise haben die SchülerInnen die Möglichkeit, mehrere Merkmale des studierten Berufes kennen zu lernen, um zu erfahren, ob dieser zu ihrer Persönlichkeit passt, oder um Stellung zu den für den jeweiligen Beruf notwendigen Fähigkeiten zu nehmen. Da wir ein theoretisches Lyzeum sind, lässt unser Lehrplan es nicht zu, diese Praktikumstage während der Schulzeit durchzuführen, deshalb wird das Praktikum ausschließlich für die Ferien vorgesehen.

Die Rückmeldung seitens der Schüler, die bis jetzt bei diesem Praktikum mitgemacht haben, zeigt, dass sie die Notwendigkeit dieses Projektes ihres Lyzeums verstanden und geschätzt haben, das ihren Horizont bezüglich des Spezifikums einiger Berufe aus dem Bereich der Wirtschaft und der Massenmedien erweitern. Eine Schülerin erklärte: „... ich habe die Wichtigkeit einer Nachricht verstanden, wie diese zusammengestellt oder bei der Begebenheit ermittelt werden soll, bis sie in die Schlagzeilen kommt...“. Andere haben Sekretariatarbeiten durchgeführt, haben Übersetzungen gemacht, indem sie ihre Deutsch- und Informatikkenntnisse bei der Bearbeitung von Materialien, oder die ihre Designerfahrung bei den Werbeartikeln nutzten.

Am Ende des Praktikums, anhand von den Praktikumstagebüchern, wurde eine Nomenklatur der Berufe erstellt, zu denen auch andere Jugendliche, Schüler unseres Lyzeums, Zugang haben werden, die Informationen werden in der Schule, im Rahmen von Vorstellungssitzungen mit den an dem Praktikum in verschieden Bereichen beteiligten Schülern verbreitet.

Darüber hinaus haben wir im zweiten Projektjahr in 11. Klasse einen Berufsorientierungskurs eingeführt, der auf dem während des ersten RELCOM- Projektjahres ausgearbeiteten Lehrplan basiert.

Jetzt sind wir schon im dritten Projektjahr. Wir haben vor, die im ersten Jahr erstellte Berufsnomenklatur, sowie die zwei Praktikumswochen, fortzuführen. Zudem werden die Elftklässler durch den Schulpsychologen anhand von OSP-Testen beurteilt, und für jeden Schüler wird eine Berufsorientierungsmappe erstellt.


Rodica Moise

Koordinatorin des Projekts